Wer es schafft sich im Leipziger Centraltheater Rainald Grebe’s Klimarevue „Alle reden vom Wetter“ anzusehen, sieht sich mit einer ganzen Reihe von Fragen konfrontiert. Warum interessieren wir uns für Amy Winehouse? Wenn Eisbären an Ihrem Untergang selbst Schuld sind, wie macht Tier es dann richtig? Wen interessieren heute eigentlich die Fehler der Osterinsler? Warum wünschen wir, was wir wünschen und was hat das mit dem grossen Ganzen zu tun? Wenn man von der Katastrophe aus dem Fernsehen weiss, ist sie dann noch wirklich?

Erde
Und das ist doch auch einer der Gründe Kultur zu geniessen, oder? Man wünscht sich ein intellektuelles, inspirierendes Erlebnis, bei welchem man mal so richtig allen Fragen die sich einem so stellen nachgehen kann. Wäre doch blöd, wenn das Gezeigte zwar schön anzusehen ist, aber nix zum Nachdenken.

Alle reden vom Wetter. Die Klimarevue / Rainald Grebe
Naja, ich kannte Herrn Grebe zwar noch nicht, aber gedankenverlorenes Augenentertainment war bei einer Klimarevue nun wirklich nicht zu erwarten. Und so sinnierte er beispielsweise über die Zukunftsperspektiven des Toskanastaates Sachsen oder über ökologisch inspirierte Grossstädter mit Stadtfluchtplänen. Und immer wieder Seitenhiebe auf die Zeit in der Wetter nur noch Klima genannt wird. Sicher freut sich nicht jeder über diesen augenzwinkernden Umgang mit ernster Materie, wer jedoch telefonierende Pinguine, hysterische Schwangere und eine über den eigenen Kopf hinwegrollende riesige Erdkugel nicht als bildgewordene Zaunspfähle akzeptieren kann, wird seine Ansichten auch anderswo nicht an den Mann bringen können. Ergo, unbedingt mal wieder ins Theater gehen! Noch zu sehen: 03.02., 04.02., 22.02., 24.02. und 12.03.2009,
Schlagworte: Amy Winehouse, Ökologie, Centraltheater, Erdkugel, Klima, Klimarevue, Klimawandel, Komiker, Leipzig, Osterinsel, Rainald Grebe, Sachsen, Schauspiel, Theater, Wetter